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10 Mai 2013

Photography {Run-down houses}


Es ist kurz nach 19 Uhr. Die Stadt glänzt im Licht der langsam untergehenden Sonne. Ich bin unterwegs für eine Fotostrecke, die in der Zeitschrift unserer Uni veröffentlicht werden soll. Das Thema: Abgründe, verlassene Häuser, die unschönen Stellen unserer Stadt. Anfangs passiere ich nur "normal" aussehende Wohnhäuser. Kinder spielen in einem kleinen Park, den ich auf meinem Streifzug zum ersten Mal sehe. So richtig Ahnung, wo ich "Abgründe" in Augsburg finden soll, habe ich keine. Dennoch gebe ich nicht auf, schärfe meinen Blick für die kleinen Details und entdecke nach und nach Stellen, die nicht gerade einladend aussehen. Ein Wohnmobil, in dem Europaletten gelagert sind und in dem zwei Kinderriegel ein jähes Ende im Sonnenschein finden. Müll, der lieblos zwischen zwei Häuserrücken aufgebahrt wurde. Klingelschilder ohne Namen und Knöpfe.


Gerade, als ich überlege, wieder heimzugehen, stoße ich auf einen wahren Goldschatz. Ziemlich in der Nähe der Hauptverkehrsstraße in Lechhausen, einem Stadtteil Augsburgs, entdecke ich eine Art Hinterhof. Genauer gesagt: einen stinkenden, dreckigen Hinterhof. Mein Blick fällt auf eine bunte Mischung aus allem möglichen Zeug, das keiner mehr zu brauchen scheint: ein zerbrochener Fahrradhelm, Kinderspielzeug, ein alter Herd, Musikboxen und noch vieles mehr. Aus einem Müllbeutel blickt mir eine Spielkarte entgegen, die Herzdame. Im vorderen Teil des Hofes dümpeln ein kaputtes Fahrrad, einzelne Steinplatten und Metallteile in einer Brühe aus Algen.


Die Tür des Hauses, das zu diesem Hinterhof gehört, ist offen. Mein Herzschlag wird schneller, als ich mich heimlich ins Haus schleiche. Die Briefkästen in dem dunklen, kalten Flur machen nicht gerade den Eindruck, als ob hier noch jemand wohnt. Die meisten Namen - sofern noch welche vorhanden sind - sind nämlich durchgestrichen. Eine Holztreppe führt in die oberen Stockwerke, wo sich die vermutlich leerstehenden Wohnungen befinden. Ein leichter Adrenalinstoß durchströmt meinen Körper. Was ist, wenn mich jemand erwischt? Doch weit und breit ist niemand zu sehen. Ich erklimme die ersten paar Stufen, die zu einem Fenster führen. Ohne von draußen gesehen zu werden, versuche ich ein Foto aus dem Fenster zu machen. Die Scheibe ist allerdings ziemlich staubig, was die Sache erschwert. Weiter nach oben wage ich es nicht. Ich beschließe, das nächste Mal eine meiner Freundinnen, die mit mir die Fotostrecke machen, mitzunehmen und die Sache erst einmal auf sich beruhen zu lassen.


Anmerkung: Die fertige Fotostrecke wird es Mitte - Ende Juli auf presstige.org zu sehen geben.
Ich würde mich sehr über Feedback freuen. :)


Kommentare:

  1. Thema total gut umgesetzt! S/W passt richtig gut, wirkt alles so trostlos und verkommen. Dein Text dazu war echt spannend zu lesen, hatte fast selbst Herzklopfen, als du in das Haus gegangen bist...
    Bei uns gibt´s auch so ein verlassenes Gebäude, allein würd ich da nicht reingehen!
    Freu mich auf die Fortsetzung.
    LG
    Christiane

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  2. Tolle Eindrücke, interessantes Thema und gut umgesetzt mit dem S/W-Effekt, bin gespannt auf das Endergebnis! Ich hätte mich wohl nicht allein in das Haus getraut, sehr mutig! :)

    Liebe Grüße!

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  3. Traurige Bilder aber wunderbare Fots.

    LG Grace www.zeit-fuer-dich.blogspot.de

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  4. Danke, das freut mich!Vielleicht schaust du ja öfter mal vorbei!;)
    Die Bilder finde ich echt gut!Und auch deinen Schreibstil mag ich total!Ich habe ein paar Worte am Anfang gelesen und konnte dann nicht mehr aufhören!;)
    Liebe Grüße,Sarah

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  5. Tolle Bilder, ich mag die "abgefuckte" Schwarzweiß-Stimmung der Fotos :)
    Ja, der Kuchen da war sehr lecker, ich glaube aber, dass es da nur englische Tees gab, Chai Latte nicht.

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  6. Tolle Fotos! :)

    Lg. Sophie ♥

    PS: Auf meinem Blog gibt es zur Zeit einen Fotowettbewerb, wenn du Lust hast, schau doch mal vorbei, würde mich über deine Teilnahme freuen! :)

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  7. Tolle Fotos, mit schwarz weiß bekommt man mich immer :)

    www.lillycalling.com

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  8. Ich liebe solche Fotostrecken! Die Bilder gefallen mir sehr gut :) Ich würde so gerne auch mal solche Fotos machen, aber ich traue mich nie in solche Häuser ;)
    Ja Stuttgart ist wirklich schön und ich habe mich auch schon ganz gut eingelebt, aber München ist trotzdem die Stadt, in der ich mich nach dem Studium sehe. Ich glaube München polarisiert... aber ich erinnere mich, dass ich mir schon als ich die Stadt zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe gewünscht habe, später mal dort zu leben :)

    Lieber Gruß

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  9. irgendwie vermitteln die fotos eine ganz eigene, melancholische atmosphäre ... ich liebe schwarz-weiß und interessante bildmotive.
    hihi, die farbkombi war auch nichts für meine mama. war ihr viel zu bunt - aber ich hab mich gefühlt wie meine bunten kekse XD

    lg
    dahi

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